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Allemande in e-Moll

Bach ist Boss
Veröffentlicht am 30.12.2017, ungefähr 100 Wörter, zum Lesen benötigte Lebenszeit ca. 1 Minute(n).
Tags: #musik #video

Die Allemande aus der e-Moll Lautensuite BWV 996, kabellos aufgenommen mit dem Mikme Mic und dem neuen iPhone. Vielleicht schaffe ich es ja nächstes Jahr auch die Gigue aufzunehmen. Die ist meine Nemesis!!

PS: YouTube empfielt mir als nächste Videos u.a.: “Amazing Truck Driving Skills - Awesome Semi-Trucks Drivers -”, “10 Filme mit Fehlern - Die niemand bemerkt hat!”, “So Amazing Hilarious Tractor Operator Fails & Recovery” und “Silikon oder nicht? Stefan testet bei Ruth Moschner - TV Total”. So ist das Leben ohne Cookies.

Talent - von der Suche nach einem Phantom

Was die meisten für den entscheidenden Faktor beim Erlernen eines Instruments halten, existiert vielleicht gar nicht.
Veröffentlicht am 12.12.2017, ungefähr 600 Wörter, zum Lesen benötigte Lebenszeit ca. 3 Minute(n).
Tags: #musik #essay

Ein Supertalent

[Dies ist ein Repost eines Artikels, den ich vor ein paar Jahren für einen Blog schrieb, der inzwischen nicht mehr online ist. Ich fand ihn aber zu schade zum Wegwerfen.]

Die Frage

Eine der Fragen, die mir während meiner Zeit als Gitarrenlehrer am häufigsten gestellt wurden, lautete: “Hat mein Kind Talent?” Oft schob das besorgte Elternteil noch die Information nach, dass das Kind nie freiwillig übe. Wenn ich Fremden erzählte, was ich beruflich tat, hörte ich oft Sätze wie “Ach, Gitarre wollte ich schon immer lernen, aber ich habe für so etwas leider überhaupt kein Talent.”

Es scheint so, als machten die meisten Menschen sehr viel von dieser vagen Sache abhängig. Ich selbst gehöre nicht zu diesen Menschen. Genauer gesagt beschleicht mich das Gefühl, dass der Begriff Talent nicht das musikalische Potenzial eines Menschen beschreibt, sondern in Wirklichkeit eine ganz andere Funktion hat.

Talent ist wie ein Phantom. Es lässt es sich nicht greifen, nicht wissenschaftlich erfassen. Und doch sprechen die meisten von uns, wenn wir jemanden sehen, der eine Sache extrem gut beherrscht, von einem großen Talent, oft bezeichnen wir diese Leute auch als Genies. Der von vielen als ein solches bezeichnete Erfinder Thomas Edison hat Genie einmal als 1% Inspiration und 99% Schweiß definiert. Wir kennen alle das Sprichwort “Übung macht den Meister.” Doch glauben wir das wirklich? Halten wir Edisons Worte nicht vielleicht doch für eine charmante Untertreibung?

Ein kleiner Selbstbetrug ist besser als ein großer

Wenn ich den Traum habe, Gitarre spielen zu lernen, aber nicht damit anfange, befinde ich mich in einem Zwiespalt. Sich einen Traum zu erfüllen bedeutet Glück zu erfahren. Wenn ich mir also diesen Traum nicht erfülle, sollte ich dafür sehr gute Gründe haben. Vielleicht spüre ich, dass meine Gründe in Wirklichkeit nicht besonders gut sind. Wenn ich mir einrede, “kein Talent zu haben,” ist das zwar nicht besonders schmeichelhaft, aber häufig doch einfacher, als mir noch unangenehmere Fragen danach zu stellen, was ich in meinem Leben wirklich erreichen will.

Wenn sich Eltern nach dem Talent ihres Kindes erkundigen, das nicht üben will, tun sie das, wie ich glaube, aus Ratlosigkeit. Das, was dem Kind fehlt, ist nicht Talent, sondern Begeisterung. Begeisterung ist der vielleicht wichtigste Faktor für Erfolg. Allerdings ist sie nicht direkt steuerbar. Niemand weiß, wann – und ob überhaupt – der Funke überspringt. Bei vielen ist die Begeisterung vom ersten Moment an da. Bei mir selbst war das jedoch nicht so. Ich schleppte mich zwei Jahre lang eher lustlos zum Gitarrenunterricht. Dann klickte es eines Tages, und die Lustlosigkeit war der Begeisterung gewichen. Seitdem haben mir eine Menge Leute “Talent” bescheinigt.

Von den wahrscheinlich über 1000 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die ich unterrichtet habe, habe ich bei keinem ein musikalisches Talent feststellen können. Aber für ein Phänomen habe ich zahllose Belege. Diejenigen, die sich viel mit der Materie beschäftigten, sind schnell besser geworden, diejenigen, die das nicht taten, sehr viel langsamer.

Und solange sich musikalisches Können dadurch erklären lässt, werde ich dem Phantom Talent auch weiterhin keine Bedeutung beimessen. Ja, um einer klareren und zielführenderen Sicht auf die Entwicklung menschlichen Potenzials Willen plädiere ich für die Streichung des Begriffs aus dem menschlichen Wortschatz.

Das große iPhone 8 Review

Was gleich ist, was anders ist, und: hey, schubs mich nicht, Apple!
Veröffentlicht am 09.12.2017, ungefähr 800 Wörter, zum Lesen benötigte Lebenszeit ca. 4 Minute(n).
Tags: #technikkritik

iPhone 8

Look And Feel

Das iPhone 8 sieht im großen und Ganzen ziemlich genauso aus wie jedes andere Smartphone. Es ist rechteckig und hat ein Display aus Glas. In der Hand liegt es wie ein zu großes Stück nasser Seife.

Der Vorteil gegenüber dem iPhone X ist der Home-Button, mit dem man sich, sobald man “Random Wake”, äh, “Raise to Wake” deaktiviert hat, ein kleines bisschen Kontrolle über das Gerät zurückerkämpfen kann.

Der Home-Button ist eigentlich kein Button, sondern lediglich eine Simulation eines solchen. Das künstliche haptische Feedback ist erstaunlich. Jeder “Knopfdruck” erzeugt in mir das kurze verwirrende Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt mit der Realität. Sehr passend für unsere Zeit.

Nudge

Mein altes iPhone hatte noch kein Touch-ID. Das bedeutete seit iOS 10 für mich, dass ich, um es zu entsperren, zwei Mal auf den Home-Button klicken - nicht zu schnell, sonst funktionierte es nicht - und dann den Entsperrcode eingeben musste. Unter iOS 9 war es nur ein Klick gewesen. Irgendwann hat das viele Geklicke so genervt, dass es zu einer großen Motivation wurde, ein neues iPhone zu kaufen. Jetzt reicht ein einziger Klick mit dem Daumen. Sehr schön.

Nudge nudge

Vielleicht die wichtigte Regel des User Interface Design ist, dass ein Knopf, der immer eine bestimmte Sache gemacht hat, nicht auf einmal etwas ganz anderes machen sollte. Die wichtigste Regel des Kapitalismus lautet: “Bring sie dazu, mehr von Deinem Kram zu kaufen!”

Apple hat vor ein paar Jahren entschieden, dass ein jährliches Betriebssystem-Update eine gute Methode sei, um mehr Kram zu verkaufen. Sie haben das Konzept aus der Modebranche übernommen. Wer will heute schon noch mit grünen Jeans rumlaufen? Wer will heute noch nach oben und links swipen, wenn er heute für die gleiche Funktion nach unten und links swipen kann? Wer erwartet heute noch, dass er, wenn er im Control Center auf den blauen Wifi-Button klickt, damit den Wifi-Chip deaktiviert? Wer will heute schon noch seine 200 Euro Kopfhörer in die dafür vorgesehene Kopfhörerbuchse stecken? Schließlich kann man sich doch für das gleiche Geld zusätzlich schlechtere Beats-Kopfhörer kaufen. Die haben auch Bluetooth. Und wenn Du die erstmal hast, willst Du auch Bluetooth nie mehr abschalten. Vorerst gilt für mich: endlich! Ein neuer Adapter!!

Noch kann man Wifi und Bluetooth wirklich ausschalten. Man klickt auf Settings, dann auf das entsprechende Untermenü, dann auf den On-Off Schalter. Mein Tipp an Apple für iOS 12: Macht daraus vier Klicks. Oder fünf? Nudge nudge.

Nudge nudge nudge

In iOS 11 kann man das Button-Layout jetzt individuell anpassen. Außer natürlich die Grundfunktionen: Wifi, Bluetooth, Screen-mirroring… Wie, Du weißt nicht, was Screen-mirroring ist? Damit kann man den Bildschirm des iPhone auf einen AppleTV übertragen! Wie, Du weißt nicht, was ein AppleTV ist? Das… weiß ich auch nicht. Ich weiß nur, dass es von Apple ist und dass man es kaufen kann. Und jetzt werde ich jedes Mal, wenn ich Control Center öffne, daran erinnert, dass mein iPhone eine Funktion hat, die ich nicht nutzen kann, weil ich keinen AppleTV habe.

Warum hab ich das Ding denn überhaupt gekauft?

Um die aktuelle Facebook-Werbung zu zitieren: “Mein iPhone hat für mich keinen realen Nutzen im Alltag”.

[Diese Werbung wäre eigentlich einen eigenen Blogartikel wert. “Hey, wir wissen, dass es Dir peinlich ist, bei Facebook zu sein. Wir finden uns ja selbst scheiße. Aber abmelden solltest Du Dich nicht. Schließlich sind doch alle Deine Freunde auch bei uns, auch wenn sie genauso über uns denken wie Du.” Grandios!]

Aber es ging ja ums iPhone. Vor die Wahl gestellt, ohne Facebook und WhatsApp und dadurch ein bisschen ausgegrenzt oder ganz ohne Smartphone und völlig ausgegrenzt zu leben, habe ich mich vor ein paar Jahren für die erste der beiden Alternativen entschieden. Mein erstes Händie war ein billiges Samsung, und ich habe schnell gemerkt, dass man damit ohne bei Google angemeldet zu sein nicht viel machen konnte. Google macht sein Geld mit meinen Daten. Apple macht sein Geld hauptsächlich mit teurer Hardware. Den “Ritter für den Datenschutz”, als der sie sich aufspielen, nehme ich ihnen zwar auch nicht ab, aber Apple hat immerhin auch CoreAudio, was von allen AudioEngines - ob Mobile oder Desktop - die beste ist. Androids Audio Engine ist dagegen leider ein Witz. Und ich bin halt auch Musiker.

Apple hat scheinbar echte Absatzprobleme mit dem iPhone 8. Und so haben sie mir über den Umweg Mobilfunkvertrag eines für 100EUR unter der UVP hinterhergeschmissen. Was ich damit machen werde, gibt es hoffentlich bald hier im Blog zu sehen und hören.

Im Großen und Ganzen macht es schon ein bisschen Spaß ;-)

Gearlust kurieren

Als Medizin bei akuter Gearlust hilft ein bisschen Nachdenken
Veröffentlicht am 12.06.2017, ungefähr 800 Wörter, zum Lesen benötigte Lebenszeit ca. 4 Minute(n).
Tags: #idee #lebenshilfe #technikkritik

Ein unter Musikern, vor allem solchen, die sich auch für die technische Seite der Musikproduktion interessieren, sehr verbreitetes Phänomen ist das drängende Bedürfnis, sein sauer verdientes Geld, sobald man ein wenig davon angespart hat, für ein neues Instrument, Mikrofon, Effektgerät, Audio Interface, einen Computer, Computersoftware etc.pp. auszugeben. Da man aber keine Fehlinvestition tätigen möchte, geht dem Einkauf eine obsessive Internetrecherche voraus, während der man jedes noch so kleine Review des begehrten Objekts intensiv studiert, technische Spezifikationen auswendig lernt und tagelang die Vor- und Nachteile verschiedener Optionen abwägt. Im Englischen gibt es für dieses Verhalten den treffenden Begriff Gearlust.

Da ich in den letzen Tagen mal wieder von Gearlust gepeinigt wurde, habe ich mir ein paar Gedanken zum Thema gemacht. Daraus ist folgende, zugegebenermaßen vollkommen unwissenschaftliche Grafik entstanden, in der ich die Bedeutung verschiedener Faktoren für das Zustandekommen einer gelungenen Musikaufnahme anteilig aufgeschlüsselt habe. Obwohl ich mir die prozentuale Verteilung der einzelnen Aspekte ausgedacht habe, basieren die Werte doch auf einer Menge Erfahrung, die ich im Lauf der Jahre als Musiker, Hobbyproduzent und Programmierer machen durfte. Das Diagramm bezieht sich auf handgemachte, auf akustischen Instrumenten gespielte Musik.

Erfolgsfaktoren einer Musikaufnahme

Anmerkungen

Ich habe nur solche Aspekte aufgelistet, die man als Musikproduzent auch beeinflussen kann. Darum fehlt in dem Diagramm der vielleicht wichtigste Faktor, nämlich die Erwartungen der Zuhörer. Abgesehen von der Erwartungshaltung des Publikums sind die mit Abstand wichtigsten Komponenten einer Aufnahme das, was man spielt, und wie man es spielt. Und so sollte man sich klar machen, dass die Zeit, die man bei der Internetrecherche über irgendeine technische Komponente verbringt, so gut wie immer besser in die Beschäftigung mit dem Instrument oder dem Repertoire angelegt ist.

Selbstverständlich ist ein gutes Instrument wichtig. Dabei spielt der eigentliche Klang meiner Meinung nach noch nicht einmal die entscheidende Rolle. Noch wichtiger ist der Einfluss, den ein gut klingendes und gut bespielbares Instrument auf das Wohlbefinden und damit auf die Performance haben kann. Doch es gibt auch eine Menge Geschichten, die selbst dieser Selbstverständlichkeit zu widersprechen scheinen. Spontan fällt mir eine Anekdote ein, die Kenny Werner in seinem Buch Effortless Mastery erzählt. Er schreibt von der Geburtstagsparty eines befreundeten Pianisten, bei der auch Bill Evans eingeladen war. Das Klavier im Wohnzimmer des Hauses klang nach Werners Geschmack ein wenig zu brilliant und dünn. Bis Evans auf Bitten der Gäste in die Tasten griff und dem Instrument auf scheinbar magische Weise den für ihn typischen, edlen, warmen und ausgewogenen Bill Evans Sound entlockte.

Umgekehrt hatte ich einmal die Gelegenheit, für einige Minuten auf Tuck Andress’ Gibson L5 zu spielen, und obwohl sich das aus verständlichen Gründen sehr gut anfühlte und Tuck auch sehr wohlwollend kommentierte, wurde mir überdeutlich bewusst, dass seine unnachahmliche Art zu spielen zum größten Teil nicht seiner Gitarre zuzuschreiben ist.

Wunderschöne Musik, virtuos und mit viel Seele gespielt, kann auch dann, wenn sie mit einem 100 Euro Handheld Recorder aufgenommen wurde, begeistern. Seit jedoch früher für Normalsterbliche unerschwingliche Studiotechnik mehr und mehr im Homerecordingbereich Einzug gehalten hat, haben viele Musiker zusätzliche Ambitionen als Toningenieure entwickelt. Leider sind die wichtigsten Voraussetzungen für eine professionelle Aufnahme, nämlich ein gut klingender Raum und ausreichende Fähigkeiten in der Bedienung der Technik, immer noch genauso schwierig zu erlangen wie früher. Um ein guter Toningenieur zu werden, braucht man Training und Erfahrung, und für uns Musiker kann das bedeuten, dass man vor die Entscheidung gestellt wird, ob man ein durchschnittlicher Musiker bleiben und darüberhinaus ein durchschnittlicher Toningenieur werden möchte, oder ob man in einer der beiden Tätigkeiten richtig gut werden will.

Und was das Ganze noch schwieriger macht: ohne einen gut klingenden Raum und ein gut klingendes Monitorsystem ist es fast unmöglich, ein guter Toninenieur zu werden. Und während ein gutes Monitorsystem zwar teuer aber noch erschwinglich ist, ist ein gut klingender Raum in den meisten Musikerwohnungen schlicht nicht vorhanden. Klar gibt es Menschen, die ein großes Zimmer mit hoher Decke haben, das deutlich länger als breit ist, möglichst keine Fenster hat, und das sie nicht anderweitig nutzen müssen. Für die meisten von uns bleibt das ein Traum.

Und so geben wir weiter unser Geld für Mikros, Preamps, Audio Interfaces und Plugins aus, ohne das diese Dinge einen entscheidenden Einfluss auf das erwünschte Gesamtergebnis haben können. Oder wir meditieren einfach in Zukunft ein wenig öfter über die wirklich wichtigen Dinge in der Musik, statt immer wieder von neuem der Lüge vom Glück durch Konsum aufzusitzen.

Meine Gearlust ist jedenfalls vorläufig wieder abgeklungen. Wie wär’s stattdessen mit einem genossenschaftlich organisierten Tonstudio? Wer macht mit?

Ron Sexsmith im Knust


Veröffentlicht am 06.06.2017, ungefähr 400 Wörter, zum Lesen benötigte Lebenszeit ca. 2 Minute(n).
Tags: #konzert #musik

Ron Sexsmith im Knust

Vor ein paar Jahren meinte eimal jemand zu mir, meine Stimme würde sie an einen gewissen Ron Sexsmith erinnern. Von dem erwähnten Sänger hatte ich bis dato noch nichts gehört, aber natürlich gugelte ich sofort seinen Namen. Das erste Lied, das ich hörte, war, glaube ich, Cheap Hotel. Es ist nicht so einfach, mich mit melancholischem Singer-Songwriter-Kram zu begeistern, aber in diesen zweieinhalb Minuten war so viel Seele, und die Akustikgitarre unter dem Orgelteppich klang so gut, dass ich seitdem nicht mehr aufgehört habe, Rons Songs zu hören.

Anspieltipps, falls Ihr noch nichts von Ron gehört habt: Whatever It Takes (in einer gerechten Welt wäre das ein Riesenhit gewesen), das eingangs erwähnte Cheap Hotel, und Hey, That’s No Way To Say Goodbye (die wie ich finde beste Version des alten Cohen Klassikers).

Gestern erfuhr ich zufällig, dass der Meister am selben Abend in Hamburg Station machen würde und wenige Stunden später stand er dann zusammen mit seiner Band auf der Bühne des zu etwa dreiviertel gefüllten Knust. Und ich davor. Ich sollte noch erwähnen, dass Sexsmiths (bitte fünf Mal hintereinander schnell aufsagen!) ebenso talentierte wie sympathische Landsfrau Lori Cullen als Supporting Act einen sehr guten Eindruck machte.

In einem parallelen Universum, in dem die Geeks die Medien beherrschen, wäre Ron Sexsmith ein Superstar. Im dunklen Anzug mit kuriosem Uhrenmotiv und Taylor Akustikgitarre wirkt er auf mich ein wenig wie ein etwas introvertierter, zerknautschter Elvis. Seine Songs sind meistens ein kleines bisschen zu ausgefeilt, um sofort ins Ohr zu gehen, seine “Rockmoves” zu ironisch und seine Ansagen manchmal doch zu sarkastisch, um ihn in dieser Welt zu einem Liebling der Massen zu machen. Kurz gesagt, alles genau nach meinem Geschmack. Denn vor allem ist glasklar zu erkennen, dass Ron Sexsmith ein Profi ersten Ranges ist. Spielerisch leicht vermischen er und die Band Country- und Americana-Klänge mit kurzen klassischen Rock ‘n’ Roll Einwürfen. Immer wieder zieht sich die Band für einen oder zwei(einhalb) Songs hinter die Bühne zurück, und Ron zeigt mir und all den anderen Solo-Sänger-Gitarristen, wie sowas richtig geht. Der Mann beherrscht sein Instrument, dass es eine reine Freude ist, ihm allein beim Gitarrespielen zuzusehen. Dass er dazu noch eine einzigartige Stimme besitzt und grandiose Songs schreibt, machte diesen heißen Sommerabend zu einem inspirierenden Erlebnis. Wenn ich groß bin, möchte ich auch mal so gut werden wie Ron Sexsmith!

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